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Josef Gasteigers erster und prägender Lebenskreis war der Bauernhof Hohenegg, wo er früh hart zupacken musste und den er mit gro0er Unterstützung druch seine Gattin Barbara seinen Bruder Peter selbst durch Jahrzehnte führte, bis er ihn weitergeben konnte.
Mit zwölf Jahren kam Gasteiger zur Rothbacher „Jungmusik“ und war erster Flügelhornist, vier Jahr später nahm ihn Rothbacher in die Stadtmusik auf, wo er bald der erste Trompeter war. Während des Krieges bot sich die Gelegenheit für den Militärmusiker zum Studium am Mozarteum und in Innsbruck. Nach Auflösung der Militärmusik war er Soldat in Italien, aber schon während der englischen Gefangenschaft leitete er die Gefangenenkapelle. Nach der baldigen Heimkehr wurde Gasteiger Stellvertreter des Stadtkapellmeisters Andreas Kraus und Ausbildner der Jungmusiker. Dank der umfassenden Ausbildung konnte Gasteiger, der mit 38 Jahren an das Innsbrucker Konservatorium kam, das vorgeschriebene Studium in zwei Jahren abschließen.
Wenige Monate nach der Übernahme des Amts des Stadtkapellmeisters wurde im Herbst 1960 die städtische Musikschule eröffnet – Gasteiger war ihr umsichtiger Leiter und blieb es für über 25 Jahre. Er war nicht nur ein Lehrmeister für die Instrumente einer Musikkapelle, sondern förderte eine möglichst breite Ausbildung und insbesondere sein Lieblingsinstrument Geige. Die Musikschule hatte in der schwierigen Aufbauphase und durch ein ganzes Vierteljahrhundert mit Gasteiger eine anerkannte Persönlichkeit an der Spitze. Einer seiner wesentlichen Grundsätze basierte auf eigener Erfahrung und häufig verwies er darauf, wie die Musikausübung das Leben erleichtert und beglückt.
Gasteigers Schwerpunkt war die Blasmusik, in der er zuletzt 35 Jahre als Kapellmeister um das Halten eines hohen Niveaus bzw. dessen Steigerung bemüht war. Er forderte, förderte und erlebte größte Anerkennung durch Fachleute bei Auftritten im In- und Ausland. Mit Erfolg wurden dabei auch Kompositionen von Gasteiger aufgeführt. Sepp Gasteiger war jahrzehntelang Kirchenmusiker, spielte gerne in kleiner Gruppe Geige und war lange auch als Chorleiter, zuerst beim Kolpingchor, dann auch beim Männergesangsverein, erfolgreich.
1995 trat er aus Altersgründen von der Leitung der Stadtmusik zurück und übergab den Taktstock an den übergangsmäßigen Nachfolger Andreas Feller.
Am 4. Mai 2002 ist Josef Gasteiger im 82. Lebensjahr in Kitzbühel verstorben. Die Stadt Kitzbühel hat an diesem Tag einen ihrer größten Söhne verloren. |