Die Geschichte des Jahrmarktes

 

Der Jahrmarkt hat eine ebenso spannende wie lange Geschichte. Das Festfindet seinen Ursprung möglicherweise sogar in den frühen Kirchtags- und Krämermärkten zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Neben zwei üblichen Märkten
verfügte Kitzbühel schon früh über die Berechtigung einen „Kirchtag mit besonderer Belustigung“ zu veranstalten.


Die Anfänge des Jahrmarktes in heutiger Form gehen auf die frühen 1920er Jahre zurück. Ein Gemeinderatsprotokoll aus dem Jahr 1923 zeigt, dass die beiden Kitzbüheler Gemeinden (damals getrennt in Stadt und Land) eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten des Armen- und Förderausschusses abhalten wollten. Der erste Jahrmarkt fand daraufhin im Herbst 1923 statt. Der Reinerlös betrug – durch die immense Inflation nach dem Krieg - 13.628.650 Kronen.

 

Die Stadtmusik, die heute für die Organisation verantwortlich ist, war in den ersten Jahren nur für die musikalische Umrahmung des Festes zuständig. Während heute vorrangig Vereine der Stadt für das Wohl der Gäste sorgen, waren es in den 20er und 30er Jahren vor allem Handwerker, die ihre Waren an Ständen zum Verkauf anboten. Aber auch ein Raritätenkabinett, ein Zirkus mit dem größten frei dressierten Löwen und einem Seilkünstler sorgten im Jahr 1924 für Unterhaltung. Das Jahr 1930 war der Startschuss für den bis heute durchgeführten Glückstopf. Der Hauptpreis: Ein Schwein. 1937 wurde der Jahrmarkt wegen Schlechtwetter gleich dreimal vertagt und schließlich erst Mitte der Woche abgehalten.

 

 
Kapellmeister Gasteiger und Obmann Feller in den 70ern   Stand des Golf Clubs Kitzbühel

 

1938 wird die Stadtmusik im Zusammenhang mit der Organisation des Jahrmarktes genannt. Allerdings lässt sich eine durchgängige Verantwortung ab dem Zeitpunkt nicht mit Sicherheit belegen. Aus den Gemeindeakten der Stadt Kitzbühel geht jedenfalls hervor, dass die Stadtmusik spätestens seit 1950 endgültig für die Austragung des Festes verantwortlich war.

Die ersten Jahrmärkte in den 50er Jahren sind für den Verein allerdings mit Schwierigkeiten verbunden. Schlechtwetter sorgte für schlechte Einnahmen, Kosten konnten nicht gedeckt werden. 1952 ruft die Stadtmusik alle Vereine auf, sich am Jahrmarkt zu beteiligen. Genannt werden die Freiwillige Feuerwehr, der Skiclub, der Trachtenverein, die Schützengilde, die Skischule, der Turnverein, der Verkehrsverein, der Trabrennverein, der Männergesangsverein, der Eishockeyclub u.a..

Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich der Jahrmarkt in den Folgejahren zu einem der bedeutendsten Sommerfeste im Bezirk. 1962 wird der Jahrmarkt wegen seiner langen Tradition und Bedeutung für Kitzbühel sogar im Tiroler Veranstaltungsgesetz als genehmigungsfrei erklärt.